In Midwood spricht man nicht über die Hexe. Man hängt Vogelbeerzweige ins Fenster. Man meidet den Wald nach Einbruch der Dunkelheit. Und man kommt nicht zu nah an den Baum auf dem Hügel.
Hazel und ihre Tochter Lily kommen trotzdem.
Sie fliehen aus einem Leben, das in einer einzigen Nacht zerbrochen ist, und erben Blackmoss Cottage, das verfallene Haus einer Großtante am Rand des Waldes. Das Dorf scheint still. Die Natur scheint wild und schön. Und der Baum auf dem Hügel, knorrig und schwarz, von Krähen umkreist, scheint nur ein Baum zu sein.
Aber Midwood vergisst nicht. 1690 wurde Mary Long hier als Hexe verbrannt. Ihre Asche ist in den Boden gesickert, in die Wurzeln, in das Holz des Baumes, der noch immer steht. Die alten Familien des Dorfes, die Chapmans, die Coopers, die Spencers, tragen die Schuld ihrer Vorfahren wie eine offene Wunde. Und etwas trägt Groll.
Lily glaubt nicht an Hexen. Aber sie fühlt den Zug des Baumes. Sie hört das Rascheln im hohlen Stamm. Und je tiefer sie in die Geschichte von Midwood eindringt, desto klarer wird: Das Dunkel, das diesen Ort beherrscht, ist älter als jeder Fluch. Und es lebt nicht nur im Wald.
Es lebt auch zu Hause.
Der Hexenbaum ist das vierte Kapitel der Teufelsliste, ein verstörender Abstieg in Folk Horror und dunkle Familienwahrheiten, der zeigt, dass das größte Monster manchmal das ist, dem man am meisten vertraut. Für Fans von Susan Hill und James Herbert.