Ein alter Mann durchstreift Tag für Tag die Wälder - die Leute nennen ihn nur "den Waldgänger". Hinter seiner stillen, einsamen Gestalt verbirgt sich eine ergreifende Lebensgeschichte: die einer tiefen, glücklichen Ehe, die am schwersten aller Verluste zerbrach - an der Kinderlosigkeit und dem Verzicht, den zwei liebende Menschen einander auferlegten.
In "Der Waldgänger" (1847) entfaltet Adalbert Stifter eine seiner zartesten und wehmütigsten Erzählungen: über Liebe und Entsagung, über das stille Ertragen des Schicksals und über die Weisheit, die aus dem Leiden erwächst. Getragen von jener ruhigen, tief empfundenen Naturschilderung und dem "sanften Gesetz", das Stifters Werk unverwechselbar macht.
Hans Jochim Schmidt liest die vollständige Erzählung, ungekürzt, gut 4 Stunden.